Zusammen mit dem Regisseur Frank Castorf

Zusammen mit dem Regisseur Frank Castorf

So kam der Tag, an dem ich wieder zurück nach Europa fliegen musste, von Afrika aus! Aus den Kanarischen Inseln… wo das Wetter so schön, warm ist, fast so wie im Sommer in Mitteleuropa. Dort verbrachte ich einen ganzen Monat, genau in Las Palmas de Gran Canaria. DSCN7378. Ich wohnte am Ozean, jeden Tag war ich an der Strandpromenade, einen Cafe con Leche en basso für 1,20 (mit Croissant für 1, 60 euro) zu trinken, es schmeckt stark, auch für 1,20 euro… (warum sind die Kaffees so teuer in Deutschland, in Tschechien usw.? etwa 2,50 euro und hoch…), sitzend dort, und den wilden Ozean beobachtend, ja, manchmal waren die Wellen unglaublich stark,BigWave ja der Ozean Gott-Neptun ärgert sich über die Menschheit, die immer mehr die Natur – Wasser, Ozeane, Meere verschmutzt, egoistisch handelt, sie muss bestraft werden, wir müssen es hinnehmen… Wir müssen uns Sorgen um die Natur tun!!
– Aber ja, es war aufregend, so wild, selbst drin zu schwimmen war es auch nicht ungefährlich, oft bin ich auch geschwommen, selten lange am Strand gelegen, der ziemlich leer war, die Einheimischen baden selten in dieser Jahreszeit, sie haben Winter, die Touristen gab es hier wenig, zum Glück, ich und ein paar, die nicht den Strand in Maspalomas oder in Mogan nutzen, wo es deutsche und skandinavische Strand-Kolonien sind… dort zu sein, und einfach zu schwimmen ist in jeder Jahreszeit übervoll…. und ja so könnte man den Urlaub/ Weihnachten und Silvester verbringen.
http://www.youtube.com/watch?v=MQLdoE4WYdg
Ich mag es sehr, im exotischen Land die Weihnachtszeit zu verbringen. Letztes Jahr war ich in Mexiko, im Yucatan… wunderbar (see my AmericaBlog:http://www.milenaoda.blogspot.com). Das empfehle ich sehr, was Schönes und Neues für die Mitteleuropäische Seele!
DSCN7281
Also am 15. Januar war ich auf dem Weg zurück nach Berlin. Am Flughafen Las Palmas de Gran Canaria, früh Nachmittag: In der Flughafenhalle sehe ich eine bekannte Person, flüchtig, das kann ich kaum glauben. Ist er es? Nein! Ja?! Er verschwindet. Ich glaube es nicht, dass er es war.
Ich muss mich auch beeilen. Ach nein, ich bin nicht allein. Mit mir ist Carla! Wer ist Carla? Carla ist Spanierin, geboren in Las Palmas de Gran Canaria. Sie habe ich – und das ist der Hammer – auf dem Berliner Flughafen bei meinem Abflug in Richtung Kanaren in der Schlange vor mir stehend kennen gelernt. Wir haben dann den Rest des Fluges zusammen verbracht, ihre Telefonnummer habe ich dann leider auf der Insel verloren.Doch das Schicksal wollte eine Geschichte schreiben: Ich traf sie wieder beim Abflug in der Schlage genau vor mir stehend! So eine Überraschung! Wir haben wieder den Rückflug miteinander verbracht und mit ihrem Vater ein nettes Gespräch geführt. Nun sind wir aber schon vernetzt. Unglaublich!Ja, und so steigen wir in den Transfer-Bus zwischen der Halle und dem Flugzeug ein. Wir sitzen im überfüllten Bus, als er zu uns stößt – mit seiner Freundin. Er! Wow, ja, er ist es! Einer der besten deutschen Regisseure, dessen Theaterstücke ich fast alle nach meinem Umzug von Düsseldorf nach Berlin sah. Ich bewunderte und bejahte die künstlerische Aussage, wie sie in seiner Dostojewsky-Reihe zum Ausdruck kommt.
Verdammt, plötzlich weiß ich seinen ganzen Namen nicht! Du kennst ihn doch!? Ach ne, wie heißt er? Aber schon rufe ich ihm zu: “Ja, was für ein Zufall! Sie sind auch hier? Im Urlaub? Und wo?” Er: “In Maspalomas.” Ach ja, denke ich, im deutschen Dorf am Strand, wo nur Deutsche liegen, weiter nur Touristen aus Skandinavien und so weiter. Nur die Dunas dort sind sehr schön.
Und gleich denke ich, verdammt, wie heißt er? Ich stelle mich selber vor, wir schütteln uns Hände: “Hallo, welche Freude!! Bin aufgeregt, gerade so hier im Bus auf den Kanaren lernen wir uns kennen. Unglaublich!!” Er: “Ja, das stimmt.” Ich: “Ich heiße MilenaU, bin Autorin und schreibe in deutscher Sprache.” Er: ”Frank! Ach schön. Und woher kommst du?” Ich: “Aus Prag”.
Jetzt fällt es mir wieder ein: Klar, Frank heißt er. Aber wie weiter? Nein ich kann mich nicht erinnern! Manchmal kommt so ein Blackout eben vor. Wir wünschen uns einen angenehmen Flug. Frank ist sehr angenehm, seine Freundin auch, schön braun von der Sonne auf den Kanaren, gute Laune. Wir steigen aus. Carla fragt, wen ich hier getroffen hätte und wundert sich, dass ich hier Bekannte habe.
Wir steigen ins Flugzeug ein, und ich begebe mich auf meinen Platz 19 C zu. Und wen sehe ich denn dort auch stehen? Frank! Nein?! Er setzt sich in die Reihe 19 wie ich. Wir lächeln uns an – ich wohl etwas mehr als er. “Was für ein Zufall”, sage ich, “wieder treffen wir uns und noch in gleicher Reihe.” Er meint, dass es wirklich ein großer Zufall sei. Uns trennt nur der kleine Gang zwischen den Sitzreihen.
Frank… Wie heißt er denn? Weiß ich immer noch nicht. Ich bin so aufgeregt, dass ich mich nicht erinnern kann. Das kann doch nicht wahr sein. Er hält schon in der Hand ein dickes Buch und will bestimmt arbeiten! So fleißig, so sind wir Künstler. Klar habe ich auch vor zu arbeiten. Hier in der Luft sind wir beinahe ein Team.Interessant, dass ich gerade an meinem Kurzfilm nach meiner Erzählung “Der Neinsager arbeite. Er hat die Inszenierung in der Volksbühne nach Bertold Brecht gemacht Der Jasager und der Neinsager. Also wieder was Gemeinsames, das wir teilen. Das Theater sowieso. Ich würde dort gern inszenieren. Mein Prosatext “Nennen Sie mich Ausländer” passt zum Theater.
Aber dárüber spreche ich nicht ihm. Ich überlege, ob ich mit ihm ein Interview machen kan Den Recorder habe ich immer dabei. Er lächelt, sympathisch, und meinte, dass er jetzt arbeiten müsse. Morgen fahre er nach Wien, Burgtheater. Die Proben fingen an. Es sei Eine Inszenierung aufgrund des Textes von Hans Henny Jahn. Ich solle im März in die Volksbühne kommen, dann machen wir ein Interview. für die tschechische “Divadelní noviny”Er erinnert sich dabei auch an das Theaterfestival der deutschen Sprache. Wie gern würde er wieder nach Prag kommen! Und dann vertieft er sich für die weiteren fünf Stunden in seine Lektüre!Kaum Schlaf, nur ein paar Minuten. Nein, ich habe es nicht gemessen! Ich beobachte auch nicht wie er isst und wie er scih mit seiner Freunding unterhält. Das ist seine Privatesphäre, die es zu respektier en gilt. Den ganzen Flug arbeiten wir fleißig nebeneinander her – wie in einer Art fliegendem Büro.
Neulich auf dem Weg nach New York traf ich Matthias Lilienthal vom Hau-Theater auf dem Berliner Flughafen. Im Flugzeug saßen wir nicht nebeneinander, zwei Reihen trennten unsJetzt verstehe ich die versteckte Symbolik: So nähere ich mich der Theaterbühne in Berlin! Inszeniert habe ich im November 2013 im Societaetstheater Dresden meine Erzählung ”Ferenc. Die Liebeserklärung an die Schuhe.” Wir wollen weiter nach Berlin kommen!
Dann weiß ich es, sein Nachname fällt mir wie aus heiterem Himmel wieder ein: Castorf, Frank Castorf. Zum Abschluss noch ein Bildchen von ihm und mir.
Mehr über mich: http://www.milenaoda.com
Mehr über Frank Castorf, falls jemand blackout hätte, wie ich, mit der Frage: wer ist er denn? http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Castorf

Alle Fotos (c) Milena Oda / Topalante
Alle Fotos (c) Milena Oda / Topalante

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